Das Land Malawi
Malawi ist ein Land der Gegensätze. "Malawi - The Warm Heart of Afrika" mit diesem Slogan macht das Land auf seine touristischen Vorzüge aufmerksam und die sind vielfältig. Der sehr große Malawisee stellt ein wahres Paradies für Freunde des Wassersports und Naturforscher dar, seine Umgebung lädt zum wandern ein. Dies alles ist gepaart mit der typisch afrikanischen Landschaft, der beeindruckenden Tierwelt und einer in den letzten Jahren zunehmend gut erschlossenen touristischen Infrastruktur.
In dem afrikanischen Land existieren aber auch nach wie vor Probleme der Überbevölkerung, Armut, Mangelernährung und unzureichenden medizinischen Versorgung. Mit einer Wachstumsrate von etwa 4 % zählt Malawi zu den am dichtesten bevölkerten Ländern in Afrika.
Nach wie vor ist es eines der ärmsten Länder der Welt. Nur knapp 20 % der Bevölkerung lebt in den Städten. 50 % der Malawier sind jünger als 15 Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt derzeit bei nur etwa 40 Jahren. Auf ca. 50.000 Malawier kommt ein Arzt. Der vergleichbare Wert in Deutschland liegt bei 280. Fachärzte gibt es nahezu ausnahmslos nur in der größeren Städten. Diese Mangelversorgung führt dazu, dass selbst gut behandelbare Krankheiten, wie Malaria, Tbc, Durchfallserkrankungen und Wundinfektionen, zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Auch Medikamente für die Behandlung der weit verbreiteten AIDS Erkrankung stehen nur sehr eingeschränkt zur Verfügung.
Das Schulsystem in Malawi ist ebenfalls mit großen Problemen behaftet. Auf einen Lehrer kommen heute etwa 60 Schüler. Grundschullehrer sind meistens schlecht ausgebildet und nur etwa 60 % haben die volle Lehrerausbildung von 2 Jahren durchlaufen. Zwei Drittel der Malawier gelten als Analphabeten. Da selbst der Besuch der Grundschule gebührenpflichtig ist erreichen nur etwa 25 % der Kinder einen Abschluss und lediglich 4 % besuchen danach eine weiterführende Schule. Das Resultat ist ein enormer Mangel an qualifizierten Facharbeitern. Wer in Malawi das Glück hat eine weiterführende Schule zu durchlaufen, bekommt in der Regel sofort eine gute Arbeitsstelle.
Ein weiters Problem stellt die hohe Rate der Kinderarbeit dar. Bereits die Hälfte der 10-15 jährigen ist aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen zu arbeiten. Dieses Verhalten wirkt sich wiederum negativ auf die Teilnahme am Schulunterricht aus und führt dazu, dass 80 % der Malawier sich mit Gelegenheitsarbeiten und extensiver Landwirtschaft in familiären Kleinstbetrieben versuchen über Wasser halten. Die Rate der Waisenkinder ist, bedingt durch Krankheiten wie beispielsweise AIDS, Tuberkulose uvm., sehr hoch. Oft werden diese Kinder in einer großfamiliären Gemeinschaft mit dem Nötigsten Versorgt. Vielen dieser Familien fehlen allerdings auch die Mittel um das tägliche Überleben zu sichern.